Andere Genres

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Über das Schreiben, gibt es vielerlei Aussagen. Die einen sagen “Schreiben ist eine Kunst für sich“, und die anderen sagen “Jeder Mensch kann Schreiben lernen“ (Schreiben mit großem “S“, also das Verfassen literarischer Werle; es ist nicht das Auf- bzw. Niederschreiben, also schreiben, gemeint).

Schreiben (“S“) ist schon mal eine Form der Unterhaltung anderer. Man möchte als Schreiberling oder als Autor, oder wie auch immer, die Leser mit auf eine Art “Reise“ nehmen, eine Reise in andere Welten, entweder in bekannte oder in unbekannte Welten – ja, die Leser möchten das so, sie möchten dem Alltag entfliehen.
     Selbstverständlich darf man aus rechtlicher Sicht beinahe alles öffentlich schreiben, aber nur beinahe. Es sind schon Bücher nicht(!) auf dem Index gelandet, in denen sogar Abartigkeiten beschrieben werden. Solange dies dem künstlerischen Zweck dient, und nicht dem eigenen Zweck, ist dies auch rechtlich erlaubt. Die Messlatte der rechtlichen künstlerischen Freiheit ist weitaus höher gesteckt als bei Filmen. Auch die Leser werden es nicht verübeln, manche vielleicht sogar begrüßen, wenn etwas geschrieben wird, was nicht in unsere moralische und ethnische Norm passt – solange man im Text die Absicht dafür erkennt. Dabei möchten die Leser aber auch betreut und unterhalten werden, und weder ins kalte Wasser geworfen noch an die Wand gestellt. Würde man als Autor beispielsweise schreiben, worauf man selbst im Moment ganz besondere große Lust hat, wäre das auch ohne das Schreiben in der Ich-Form eine Ich-Erzählung. Jeder Mensch empfindet unterschiedlich, und die Geschmäcker sind bekanntlich auch verschieden, und ehe dass irgendwann irgendwer die Form der Abartigkeit als gut empfindet, ist den vorigen Lesern, und vielleicht auch denen danach, schon lange übel.
     Jeder Verfasser eines Werkes hat unterschiedliche Absichten zum Schreiben. Eines jedoch stellt die meisten von uns gemeinsam auf eine Stufe: wir schreiben letztlich für andere.

Die meisten erfahrenen Schreiberlinge, also auch die Autoren, die schreiberfahren sind, aber noch nicht ihre Brötchen damit verdienen, werden zustimmen, dass wir alle mehrere, wenn nicht sogar mehrere Dutzend, Werke beisammen haben, die noch nie irgendwo veröffentlicht worden sind. Wir probieren nicht nur aus, wir testen nicht nur unsere literarischen Grenzen aus, welches Genre und welche Schreibform am besten zu uns passen könnten, sondern wir üben auch. Denn auch das Schreiben ist wie Fahrrad fahren, das man mit der Zeit verlernen kann. Nicht vollständig, aber man kommt, wie bei allem, schnell aus der Übung.

Mit der Zeit werden hier, in diesem Genre, Kurzgeschichten und andere Werke unterschiedlichster Natur veröffentlich. Zu kompletten Manuskripten sind dann jeweils die Inhaltsangabe und ein Auszug aus dem Werk zu lesen. Kurzgeschichten sind, so die Vorgabe (wie auch die Schriftart etc.) nicht mehr als 10.000 Zeichen inklusive aller Satz- und Leerzeichen lang, also maximal 4 Seiten in Word, zum Beispiel, deshalb benötig man daraus nicht auch noch einen Auszug.